FAQ

Das Bachelorprojekt baut momentan den zentralen Authentifizierungsdienst und die Web-Oberfläche. Dabei wird auch eine Unterstützung von LTI eingebaut. Eine Authentifizerung über Drittsysteme ist derzeit bereits prototypisch für Moodle, ITSLearning und LearnSax implementiert.

In dem Masterseminar gibt es drei Arbeitsgruppen.

Gruppe 1 baut den Inhaltedienst. Dieser wird eine Suche über verschiedene Anbieter ermöglichen. Dabei werden sowohl kommerzielle Anbieter als auch Open Educational Ressourcen (OER) berücksichtigt. Dieser Dienst beinhaltet auch die Aspekte Recommendation und Ranking, wobei hier die Aspekte Nutzung und Bewertung als Quelldaten berücksichtigt werden sollen.

Die zweite Gruppe baut einen Kalenderdienst. Dieser kann auf Daten aus verschiedenen Datenquellen lesend zugreifen und diese gestaffelt nach Klasse oder Stunde zur Verfügung stellen. Für Schulen, die noch keine Daten digital erfasst haben, besteht voraussichtlich die Möglichkeit, diese auch in dem Dienst zu erfassen und zu verwalten. Die Daten werden dabei als iCal Feed zur Verfügung gestellt und können somit nicht nur in der Schul-Cloud-Oberfläche angezeigt, sondern auch in einer Vielzahl von Anwendungen eingebunden werden. Der Dienst überwacht dabei auch Änderungen an den Daten, damit er bei Änderungen Benachrichtigungen an die Nutzer/innen verschicken kann.

Dies erfolgt mittels des Benachrichtigungsdienstes, der von der dritten Studierendengruppe erstellt wird. Dieser steht als infrastruktureller Dienst allen Schul-Cloud-Diensten zur Verfügung und kann, in Abhängigkeit der Nutzereinstellungen, Benachrichtigung per Web oder Smartphone verschicken. Der Benachrichtigungsdienst liefert dabei auch die notwendige Infrastruktur, um Schul-Cloud interne Benachrichtigungen und Events zu kommunizieren. Beispiel hier ist ein Zustandsmonitor, in dem die Lehrer/innen sehen können, welche Schüler/innen auf den jeweiligen Inhalt zugreifen.

Die drei Dienste der Masterseminar-Gruppen werden dabei in enger Abstimmung mit dem BA-Projekt entwickelt und gehen dann zum Semesterende in die Obhut des BA-Projektes über.

Der jeweils aktuelle Arbeitsstand findet sich unter schul-cloud.org.

Alle Dienste werden API-First entwickelt. Dies bedeutet, dass alle Dienste maschinenlesbar sind. Dadurch können Sie durch andere Systeme konsumiert werden und einzelne Module der Schul-Cloud können einzeln eingesetzt werden. Die Benutzeroberfläche fungiert hier als ein Client, neben dem weitere denkbar und möglich sind.

Als API-Sprache wird REST/JSON gesprochen. Die Meta-Daten werden in JSON-API (json-api.org) repräsentiert.

Die Benutzeroberfläche ist als ReactJS Anwendung umgesetzt. Es kommen keine proprietären Browser Plugins (bspw. Flash) zum Einsatz. Die zugreifenden Web-Clients müssen daher entsprechend modern sein. Zur Überprüfung der Eignung wird eine dedizierte Seite („Test-Ampel“) zur Verfügung gestellt.

Alle Backend-Dienste sind dabei in NodeJS geschrieben. Dabei kommen express und featherJS als Framework zum Einsatz. Zur Persistierung kommen MongoDB, Postgres und Elasticsearch zur Suche zum Einsatz. Binäre Dateien werden in S3 kompatiblen Diensten gespeichert.

Im Normalfall ist die Schul-Cloud kein führendes System, sondern sie vernetzt und erschließt bestehende Dienste und Lösungen. Insofern ist die Schul-Cloud nicht nur offen für alle, sie kann es sogar ermöglichen, dass einzelne Dienste und Anbieter aus einer Nische zu bundesweiter Auffindbarkeit gelangen. Dies wird dazu führen, dass mittelfristig nicht nur der Marktzugang, sondern die Qualität und Konditionen von Angeboten entscheidend für eine nachhaltige Nutzung dieser sind.

Wikipedia:
Eine Lernplattform bzw. Learning Management System (LMS) ist ein komplexes Softwaresystem, das der Bereitstellung von Lerninhalten und der Organisation von Lernvorgängen dient. Eine wichtige Aufgabe einer web-basierten Lernumgebung ist außerdem die Kommunikation zwischen Lernenden und Lehrenden zu ermöglichen. Folglich symbolisiert diese eine Schnittstelle zwischen Bildungsanbieter und lernender Person. Nicht dazu gehören bloße Bildungsinhalte, die über das Internet angeboten werden wie normale Webpräsenzen oder -portale. Vorteil eines LMS ist somit die Entlastung am Lernbetrieb, die Regelung des Informationsflusses, Vereinfachung des Lernens und Übernahme zahlreicher Verwaltungsaufgaben.

Zunächst einmal ist die Ebene und Perspektive der Schul-Cloud eine andere als die eines LMS.

Ein LMS, zumeist als monolithische Applikation ausgeführt, will meist durch eine Vielzahl von Funktionen auftrumpfen, die dann im Alltag zu unnötiger Komplexität und Frustration führt. Außerdem konzentrieren sich LMS auf Lernmanagement, welches kein Kernfeature der Schul-Cloud darstellt.

Die Schul-Cloud geht hingegen von anderen Prämissen aus:

  • a) Es soll möglichst wenig neu entwickelt werden.
  • b) Die Schul-Cloud will bestehende Anwendungen und Dienste erschließen und vernetzen.
  • c) Die Schul-Cloud soll perspektivisch unsichtbar werden (So wie man bei der Nutzung von anderen Cloud-Diensten auch nicht mehr darüber nachdenkt, dass da gerade etwas über die Cloud läuft.
  • d) Der Nutzer (seien es Schüler*Innen, Lehrer*Innen oder Eltern/Betreuer und perspektivisch Verwaltung) und ihre Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt der Entwicklung.
  • e) Der Zugang zur Schul-Cloud soll möglichst niedrigschwellig sein, Komplexität und eine Breite der angebotenen Dienste sollen, wenn überhaupt dann nur aus der gewünschten Nutzung und der Forderung nach solchen Diensten entstehen.

Zusätzlich betrachtet die Schul-Cloud auch Use-Cases auf Meta-LMS Ebene, bspw. den Umzug eines Lehrers/einer Lehrerin oder eines Schülers/einer Schülerin.

Darüber hinaus adressiert die Schul-Cloud Fragestellungen, die nichts mit klassischen LMS-Themen zu tun haben: Wie bekommen wir die Rechner raus aus den Schulen? Wie können auch Serverdienste in die Cloud wandern? Wie können sich Lehrer*Innen vernetzen? ...

An Schulen, an denen bereits ein System zum Login existiert (welches über das Internet zugänglich ist), erfolgt der Login mit dem vorhandenen Account. Nur an Schulen, an denen dies nicht gegeben ist, müssen die Logins direkt in der Schul-Cloud angelegt werden. Die genauen Workflows hierzu werden im Verlauf des Projektes gemeinsam mit den betreffenden Pilotschulen erarbeitet.

Zum Kick-Off wird es keine von der Schul-Cloud selbst bereitgestellten Kollaborationsdienste geben. Allerdings wird im Rahmen des Roll-Outs und der Begleitung der Pilotschulen evaluiert, welche weiteren interessanten Dienste und Angebote die Schul-Cloud bereitstellen kann.

Eine optionale Anbindung von Office365 ist geplant, sofern die einzelnen Pilotschulen dies ihren Schüler*Innen zur Verfügung stellen wollen. Neben dem schon jetzt kostenfrei erhältlichen Angebot (https://products.office.com/de-de/academic/compare-office-365-education-plans, keine Offline-Lizenzen für Word/Office, Hosting innerhalb EU), laufen Gespräche mit Microsoft, um den Pilotschulen ein Hosting innerhalb Deutschlands und ggf. sogar Offline-Lizenzen zur Verfügung zu stellen.

Dateiablage und Foren sind zwei der geplanten weiteren Dienste. Weitere spannende Themen sind: Umgang mit vorhandenen Rechnern und ein App-Store / PaaS. Die Weiterentwicklung sollte hier aber eng am evaluierten Bedarf stattfinden, welcher sich sicherlich auch im Rahmen der Digitalisierung weiterentwickeln und schärfen wird. Es gilt also zu trennen zwischen der großen Vision Schul-Cloud und den technischen, infrastrukturellen und funktionalen Schritten auf dem Weg dorthin.

Anders als ältere Ansätze wird den Schüler*Innen kein virtueller Rechner/Desktop zur Verfügung gestellt. Stattdessen werden konkrete Dienste zur Verfügung gestellt, die über webfähige Endgeräte genutzt werden können. Somit steht nicht das Medium, sondern die Nutzung dessen im Kern des Angebotes,

Eine Bereitstellung von virtualisierten Rechnerinstanzen erfolgt nur in besonderen Anwendungsfällen, bspw.:

  • Bereitstellung von Anwendungen im Rahmen eines App-Stores / PaaS Konzeptes
  • Schulung von IT Themen wie Netzwerksicherheit und damit verbundene virtuelle Labore

Wir befinden uns im Austausch mit Landesdatenschutzbeauftragten und berücksichtigen dieses Thema im "Management"-Konzept. Auf technischer Seite versuchen wir möglichst wenig personenbezogene Daten zu verarbeiten und diese in möglichst wenigen Diensten zu verwenden. Gleichzeit sollen anfallende Daten (anonymisiert oder nicht-personenbezogenen) zum Wohle der Nutzer/innen verwendet werden, etwa durch Empfehlungsfunktionen. Eine Weitergabe von Nutzungsdaten ist wenn überhaupt, dann nur zu Forschungsdaten und in anonymisierter Form denkbar.

Als Schule, Inhaltelieferant, Entwickler: Anfrage bitte per Email an schulcloud@hpi.de

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