Bildung in der Cloud - Wie geht es weiter?

Am vergangenen Freitag, 5. Mai 2017, beteiligte sich das Schul-Cloud-Team an der gemeinsamen Veranstaltung der Kultusministerkonferenz, des Landes Schleswig-Holstein, des Vereins Bündnis für Bildung und des Forums Bildung Digitalisierung in Berlin.


Quelle: Forum Bildung Digitalisierung

Bildung in der Cloud vs. Cloud für die Bildung

Staatssekretär Dirk Loßack (Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein), appellierte in seiner Rede daran, Vielfalt gemeinsam auszurichten, unterschiedliche Ansätze in gemeinsame Lösungen fließen zu lassen und anhand von Schnittstellen und Standards für Kompatibilität zu sorgen.
Der Versuch einer Systematisierung der bestehenden Ansätze fiel Prof. Dr. Andreas Breiter (ifib) von super leicht (Cloud ist lediglich eine technische Frage der Bereitstellung) bis hinreichend schwer (in Hinblick auf das wechselseitige Zusammenwirken von Technik und Bildung/Pädagogik). Wichtige Fragen sieht Breiter in Hinblick auf die rechtliche Verantwortung, Servicegarantie, Integrität und Revisionssicherheit.

Was fehlt an bisherigen Lösungen?

Wilfried Dülfer (Oskar-von-Miller-Schule Kassel), Martin Fugmann (Evangelisch Stiftisches Gymnasium Gütersloh) und Günter Hoffmann (Gemeinschaftsschule Bellevue Saarbrücken) fassten ihre Bedarfe wie folgt zusammen: Zukünftige Lösungen dürfen nicht an der Klassenzimmertür aufhören, sondern sollen flexibel einetzbar und offen zugägnlich sein. Sie sollen Schüler/innen mehr Einblicke in ihren eigenen Lernfortschritt ermöglichen und sich technisch auf wenige Features beschränken, die den Bedürfnissen der Lehrkräfte und Schüler/innen entsprechen. Sie dürfen auch für technisch nicht affine Menschen nicht schwieriger zu bedienen sein als eine Amazon-Buchbestellung. Lehrkräfte müssen darin unterstützt werden, aus einer unendlichen Fülle digitales Material für den Unterricht zu konsolidieren. Die Schul-Cloud soll methodisch-didaktische Steuerung ermöglichen, Feedbackprozesse strukturieren (peer to peer) und alternative Bewertungsmodelle unterstützen. Auch wenn der Unterricht, wie er bisher abläuft, erleichtert werden soll sei gemäß Richard Heinen (LearningLab der Universität Duisburg-Essen) zu bedenken, dass Lernen im 21. Jahrhundert anders aussieht als der Zugriff, die Bearbeitung und der Versand von Lernmaterial.

16 unterschiedliche Lösungen öffentlicher Dienstleister - ein Traum für Steuerzahler/innen?

Auch wenn die Entwicklung in die Richtung einer Cloud für alles geht, hält Matthias Graf von Kielmansegg (Bundesministerium für Bildung und Forschung) fest: "Länderübergreifend heißt nicht von Anfang an alle 16, sondern es können auch zwei bis drei interessierte Länder zusammenarbeiten". Auf diesem Weg können wir die Diskussion voranbringen und in einem iterativen Prozess jeden Tag lernen.


Quelle: Forum Bildung Digitalisierung

Die Diskussion geht weiter

An der Tagung nahmen zahlreiche Bildungsverantwortliche, Pädagog/innen aus den Kultusministerien und den Landesinstituten der Bundesländer sowie Vertreter/innen aus Gesellschaft und Wirtschaft teil.
Über das Wochenende hinaus liefen die anregenden Diskussionen auf Twitter weiter und werden morgen, 10. Mai um 12:30 Uhr, auf die Bühne der re:publica gehoben.

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